Wein und Poesie

 

  

In meinen Becher mit Wein ist ein Falter geflogen, 
Trunken ergibt er sich seinem süßen Verderben, 
Rudert erlahmend im Nass und ist willig zu sterben 
Endlich hat ihn mein Finger herausgezogen.

So ist mein Herz, von deinen Augen verblendet,
Selig im duftenden Becher der Liebe versunken,
Willig zu sterben, vom Wein deines Zaubers betrunken,
Wenn nicht ein Wink deiner Hand mein Schicksal vollendet.
Hermann Hesse (1877-1962)

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Wer Wein trinkt, schläft gut,
Wer gut schläft, sündigt nicht,
Wer nicht sündigt, wird selig.
Wer also Wein trinkt, wird selig.
(Shakespeare)

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Der edle Wein ist doch der beste Schieferdecker,
sein güldener Schein macht alle Menschen etwas kecker,
ich wundre mich, dass er so klettern kann und steigen,
und macht, dass sich die großen Häupter vor ihm neigen.
(Des Knaben Wunderhorn)

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In jedem vollen Glase Wein
Seh unten auf dem Grund
Ich deine hellen Äugelein
Und deinen süßen Mund.

Da trink ich schnell und warte nicht
Und küsse dich im Wein;
Auf's neu zu schaun dein Angesicht
Schenk ich schnell wieder ein.

So füll und leer mein Gläschen ich
Und trinke immer zu!
Nennt man mich nächstens liederlich – 
Die Schuld mein Schatz hast Du!
(Rudolf Hermanns)

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Das alte Fass ist ausgetrunken, 
der Himmel steckt ein neues an. 
Wie mancher ist vom Stuhl gesunken, 
der nun nicht mit uns trinken kann. 
Doch ihr, die ihr wie wir beim alten 
mit so viel Ehren ausgehalten, 
geschwind die alten Gläser her 
und setzt euch zu den neuen her! 
(Georg Christoph Lichtenberg)

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Zuweilen freut es mich, still und allein
In kühler Stube ruhevoll zu zechen,
Mit einem alten, liebgewordenen Wein
Ein gutes, treues Freundschaftswort zu sprechen.

Dann wünsch ich hoffend mir die Zeit herbei,
Da mir und meiner Pilgerfahrt auf Erden
Doch noch einmal, ob's auch in Schmerzen sei,
Der reinen Reife Tage kommen werden.

Dann aber sei ein Freund mit auch beschert
Der meines Lebens überfüllten Becher
Mit dankbar schonendem Genusse ehrt,
Dem reifen Wein ein ebenbürtiger Zecher.
Hermann Hesse (1877-1962)

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Die Wahrheit ist im Wein;
Das heißt: In unseren Tagen
Muss einer betrunken sein,
Um Lust zu haben, die Wahrheit zu sagen.
(Friedrich Rückert) 

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Trink ihn aus, den Trank der Labe,
Und vergiß den großen Schmerz!
Wundervoll ist Bacchus' Gabe,
Balsam für's zerrissne Herz!
(Friedrich von Schiller, 1759-1805, Das Siegesfest)

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Wer niemals einen Rausch gehabt,
Der ist kein braver Mann;
Wer seinen Durst mit Achteln labt,
Fang lieber gar nicht an.
(Joachim Perinet, 1763-1816, deutscher Schriftsteller) 

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Wir können vieler Ding entbehren
Und dies und jenes nicht begehren,
Doch werden wenig Männer sein,
Die Weiber hassen und den Wein.
(Johann Peter Hebel, 1760-1826) 

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Die stille Freude wollt ihr stören?
Laßt mich bei meinem Becher Wein;
Mit andern kann man sich belehren,
Begeistert wird man nur allein.
(Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832) 

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Lieb-, Lied- und Weines Trunkenheit,
Ob's nachtet oder tagt,
Die göttlichste Betrunkenheit,
Die mich entzückt und plagt.
(Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832) 

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Wer als Wein- und Weiberhasser
jedermann im Wege steht,
der esse Brot und trinke Wasser
bis er daran zugrunde geht.
(Wilhelm Busch, 1832-1908) 

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Rotwein ist für alte Knaben
eine von den besten Gaben.
(Wilhelm Busch, 1832-1908) 

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Wein ist stärker als das Wasser,
das gestehn auch seine Hasser.
(Gotthold Ephraim Lessing 1729-1781)

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Sterb ich, neben einem Weinstock grabt mir meine Ruhestätte,
daß mein Staub, sofern ihn dürstet, immer noch zu trinken hätte.
(Abû Mighan)

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Ohne Wein und ohne Weiber 
hol' der Teufel uns're Leiber!.
(Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832)

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Man kann, wenn wir es überlegen,
Wein trinken, fünf Ursachen wegen:
einmal um eines Festtags willen,
sodann vorhandenen Durst zu stillen,
eingleichen künftigen abzuwehren,
ferner dem guten Wein zu Ehren
und endlich um jeder Ursach`willen.
(Friedrich Rückert)

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Wein vergoldet jeden Tag
Scheucht hinweg des Daseins Plag,
Macht die Menschen froh und heiter,
Ihren Geist sehr viel gescheiter,
Lässt das Leben schön erscheinen,
Die Gedanken Gutes meinen,
Lässt uns all zu Freunden werden,
Friedlich wird es dann auf Erden.
Wer den Wein so klug genießt,
Freude aus den Sternen liest,
Merkt an seines Herzens Schlag:
Wein vergoldet jeden Tag
(Bacchus)

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Dem Kinde, wie´s auch schreit und stöhnt
Wird die Flasche abgewöhnt.
Jedoch das ew´ge Kind im Mann
Gewöhnt sie sich dann wieder an.
(Eugen Roth)

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